Heinz Buschkowsky (SPD) wird anlässlich einer Einladung der Dürener Stadverordneten Hilde Meier-Grass (Bürger für Düren) am Donnerstag einen Vortrag im Haus der Stadt in Düren halten. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln ist derzeit mit seinem Buch „Neukölln ist überall“ auf Lesereise. [1]

Auf der einen Seite gilt Buschkowsky als engagierter Politiker, der in seinem Stadtteil viele erfolgreiche Projekte angestoßen hat. Auf der anderen Seite sind seine Thesen durchaus kritisch zu sehen. Buschkowsky vertritt sehr radikale Positionen gegenüber Menschen mit Migrationshintergund. Auch viele Parteikolleg_innen der SPD lehnen seine Standpunkte ab. Buschkowskys Buch trägt wenig Neues zur Frage bei, wie Integration funktionieren kann, sondern verhärtet nur bestehende Konflikte. Er betont immer wieder den Zusammenhang von Jugendkriminalität und Migrationshintergrund.
Weiterhin wird kritisiert, dass Buschkowsky zwar in seinem Buch und zahlreichen Talkshow-Besuchen aufzeigt, wo seiner Meinung nach die Schwächen der bisherigen Politik liegen, selbst aber nichts dagegen tut. [2] Stattdessen möchte er gerne Projekte aus der niederländischen Stadt Rotterdam übernehmen, in der sogenannte „Problemfamilien“ auch schon mal zwangsumgesiedelt werden können. [3] Trotz teilweiser Übereinstimmungen distanziert Buschkowsky sich zumindest von den Thesen seines Parteikollegens Thilo Sarrazin. [4]

Die Piratenpartei sieht die Vielfalt, die durch das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft entsteht, als Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens an. Die Fristen bis zu einem dauerhaft abgesicherten Aufenthaltsrecht und zur Chance einer Einbürgerung sind deutlich zu senken, besondere Anstrengungen der Migrant_innen zu Spracherwerb und beruflicher Integration sind positiv zu unterstützen, ihr Fehlen nicht als Vorwand für Diskriminierung zu verwenden.
Die Piratenpartei möchte Kampagnen und Initiativen unterstützen, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Verständnis zwischen verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen zu verbessern, Vorurteile abzubauen und das Miteinander zu fördern.

Die Lesungen in Berlin und Aachen wurde bereits abgesagt, da es schon im Vorhinein so starke Proteste gab, dass das Sicherheitsaufkommen für die Veranstaltung zu groß gewesen wäre. [5]

[1] http://www.cityma.de/cms/index.php?aid=1101
[2] http://www.tagesspiegel.de/berlin/neukoellns-bezirksbuergermeister-und-was-sagt-heinz-buschkowsky-zu-der-kritik-an-seinen-thesen/7309624-2.html
[3] http://www.welt.de/regionales/berlin/article2175192/Der-Mann-der-die-SPD-das-Fuerchten-lehrt.html
[4] http://www.welt.de/politik/deutschland/article6618182/Buschkowsky-wirft-Sarrazin-Rassismus-vor.html
[5] http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/neukoelln-arcaden-buschkowsky-lesung-wegen-protesten-abgebrochen/7931898.html und http://www.klenkes.de/meldungen/47691.diskussion-mit-heinz-buschkowsky-am-6-3-abgesagt.html

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